Stadt Buchs veröffentlicht Bericht zur Schulraumplanung

Die Schülerzahl in Buchs steigt und damit auch der Bedarf an zusätzlichem Schulraum. Mit dem «Bericht strategische Schulraumplanung 2025» legt die Stadt ein umfassendes Planungsinstrument vor, bei dessen Erarbeitung die Buchser Bevölkerung mit einbezogen wurde. Der Bericht zeigt den kurz- und langfristigen Schulraumbedarf auf und bietet dem Stadtrat eine solide Entscheidungsgrundlage für die vorausschauende und nachhaltige Weiterentwicklung der Schulinfrastruktur.

Die Bevölkerung von Buchs wächst kontinuierlich stark an, mit direkten Folgen für den Bedarf an Schulraum. Bereits 2010/2011 reagierte die Stadt mit einer ersten strategischen Schulraumplanung, und in den Folgejahren wurden mehrere Bauprojekte umgesetzt. Dennoch stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler schneller als prognostiziert.

2018 wurde die Schulraumplanung deshalb aktualisiert und ein Erweiterungsprojekt für die Schulanlage Kappeli ausgearbeitet. Die Stimmbevölkerung lehnte dieses 2021 an einer Urnenabstimmung ab. Um kurzfristig Entlastung für die Primarschule zu schaffen, konnte die Stadt das leerstehende Gebäude der ehemaligen International School, das heutige Schulhaus Aeuli, nutzen und Schulzimmer für bis zu neun Klassen einrichten. Dieses Provisorium verschaffte der Schule etwas Zeit, die dringlichsten Engpässe auf der Primarschulstufe zu überbrücken und gleichzeitig eine langfristige Lösung auszuarbeiten. An anderen Standorten wurden zudem Gruppenräume und Bibliotheken zu Schulzimmern umgenutzt.

Bericht als weitsichtiges Planungsinstrument

Die Stadt Buchs und die Schule Buchs haben gemeinsam mit einer zwanzigköpfigen Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung, Schule und Fachbereichen den «Bericht strategische Schulraumplanung 2025» erarbeitet. Zwei öffentliche Stadtgespräche sowie digitale Beteiligungsformate stellten sicher, dass die Bevölkerung aktiv einbezogen wurde und ihre Rückmeldungen in den Bericht einflossen.

Stadtpräsident Rolf Pfeiffer betont die Bedeutung des Berichts: «Der unter Einbezug der Buchser Bevölkerung erarbeitete Bericht ist ein weitsichtiges Planungsinstrument. Er bietet dem Stadtrat eine solide Grundlage für die anstehenden Entscheide zur Entwicklung unserer Schulinfrastruktur.»

Schulraumbedarf und Mehrwert für Bevölkerung

Die Prognosen des Kantons St. Gallen zeigen, dass die Buchser Bevölkerung stetig wächst und somit auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Buchs weiter zunimmt. Bereits ab dem Schuljahr 2030/2031 entsteht auf allen Stufen zusätzlicher Schulraumbedarf. Bis ins Jahr 2050 werden weitere Klassenräume vom Kindergarten bis zur Oberstufe, mehr Platz für die Schulische Tagesstätte sowie zusätzliche Turninfrastruktur für den schulischen Bedarf benötigt. Schulpräsidentin Gaby Knecht hält fest: «Wir haben dringenden Handlungsbedarf und benötigen ab dem Schuljahr 2030/2031 mehr Schulraum. Wir sorgen mit Augenmass und wohlüberlegten Massnahmen und Investitionen dafür, dass unsere Kinder und Enkelkinder optimale Voraussetzungen für ihre Bildung erhalten.»

Von den erweiterten und sanierten Schulhäusern und Turnhallen profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die wachsende Bevölkerung. Die zahlreichen Buchser Vereine erhalten benötigte Infrastruktur für Trainings sowie für Veranstaltungen und grössere Anlässe. Die Anlagen stärken damit das öffentliche Leben und die Begegnungsmöglichkeiten in Buchs.

Übersicht über den Bestand an Klassenzimmern und den Mehrbedarf bis 2050


Gewählte Umsetzungsvariante überzeugt aufgrund ihrer Weitsichtigkeit

Von der Arbeitsgruppe wurden zehn Varianten entwickelt, welche im Rahmen von zwei Stadtgesprächen der Bevölkerung vorgestellt und diskutiert wurden. Für die beiden nach einer weiteren Bewertung verbliebenen Varianten E und J wurden Machbarkeitsnachweise, Kostenberechnungen und Standortbewertungen erstellt. In der vertieften Prüfung erwies sich Variante J als deutlich überzeugendste Umsetzung, da sie die Anforderungen am besten erfüllt und ein flexibles und hohes Entwicklungspotenzial über 2050 hinaus bietet.

In einem ersten Schritt ist der Ausbau des OZ Flös zu einem Oberstufenzentrum (OZ) für alle Oberstufenklassen vorgesehen. Danach soll das Schulhaus Primarschule Buchserbach entweder zurückgebaut und durch einen Ersatzneubau für zusätzliche acht Klassen sowie eine neue Turnhalle ersetzt oder die bestehende Schulinfrastruktur saniert und erweitert werden. Dieser Variantenentscheid ist noch nicht gefällt. Anschliessend wird das alte Schulgebäude des jetzigen OZ Grof für zwei Kindergärten umgenutzt, mit einer Reserve für einen dritten Kindergarten. Der Mehrbedarf für die Schulische Tagesstätte wird prioritär am Standort OZ Grof realisiert. Schliesslich wird die Primarschule Grof ins baulich angepasste Oberstufenzentrum (OZ) Grof verlegt, welches über Reserven für weitere vier Klassen verfügt. Bei der Verfolgung dieser Variante ist der Umstand zentral, dass der Schulbetrieb während der Bau- und Umbauphasen ohne zusätzliche, kostspielige Schulhaus-Provisorien weiterlaufen kann.


Investition in Schulinfrastruktur

Für die Schulraumplanung bis 2050 rechnet der Bericht gemäss Stand der Machbarkeitsstudien mit Investitionen von bis zu CHF 121 Mio., verteilt über zehn bis fünfzehn Jahre. Die aktuelle Kostenschätzung basiert auf einem möglichen Ersatzneubau des Schulhauses Buchserbach. Jedoch ist noch nicht entschieden, ob anstelle eines Ersatzneubaus die bestehende Schulinfrastruktur saniert und erweitert werden soll.

Dem Stadtrat ist bewusst, dass es sich um eine grosse, langfristige Investition in die Schulinfrastruktur handelt. Er ist jedoch überzeugt, dass sie für die Zukunft des Lebens- und Bildungsstandorts Buchs notwendig, richtig und von hoher Priorität ist. Ohne Erweiterung des Schulraums würden Folgekosten für weitere Übergangs- und Bauprovisorien entstehen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise über einen längeren Zeitraum und wird laufend mit neuen Erkenntnissen, Entwicklungen und aktualisierten Prognosen abgeglichen. So stellt die Stadt sicher, dass die Infrastruktur mit der Bevölkerungsentwicklung von Buchs und den pädagogischen Anforderungen Schritt hält.


Entscheid über erste Realisierungsetappe am 14. Juni 2026

Der erste wichtige Schritt erfolgt am 14. Juni 2026, wenn die Buchser Stimmbevölkerung an einer Urnenabstimmung über den Verpflichtungskredit von CHF 36 Mio. für den Erweiterungsneubau des OZ Flös entscheidet. Auf dieser Grundlage können anschliessend die weiteren Bauetappen vorbereitet und Schritt für Schritt realisiert werden. Über die Kreditvergabe für weitere Umsetzungsschritte werden die Buchser Stimmberechtigten jeweils erneut an der Urne entscheiden können.

Der vollständige «Bericht strategische Schulraumplanung 2025», ein Erklärfilm sowie ein Informations-Flyer sind unter www.buchs-sg.ch/schulraumplanung verfügbar. Die Schulraumplanung ist zudem ein Fokusthema an der Dialogveranstaltung «äs isch no ötschis» vom Donnerstag, 12. März 2026, um 19.30 Uhr in der Aula des OZ Flös, zu welcher alle Einwohnerinnen und Einwohner von Buchs eingeladen sind. Weiter findet am Dienstag, 19. Mai 2026, um 19.30 Uhr ebenfalls in der Aula des OZ Flös eine Informationsveranstaltung zur Urnenabstimmung statt.